Tiergestützte Intervention - Mehr als streicheln und Leckerchen geben ?

14.07.2018

Ein bisschen den Hund streicheln, ein paar Leckerchen geben - Dafür brauch man doch keine Ausbildung oder ? Was genau macht so ein Therapiehund-Team überhaupt und wie muss ich mir so eine Intervention vorstellen ?

Viele Menschen wissen gar nicht so genau, was wir überhaupt machen, wie wir arbeiten und wie unser Konzept aussieht. Im folgenden Artikel möchte ich euch genauer erklären was es damit zutun hat und wie das ganze drum herum aussieht.

Der Therapiehund ist zwar kein spezieller Hund ABER er hat eine spezielle Ausbildung. Auch das Frauchen oder das Herrchen muss eine spezielle Vorausbildung haben, denn nicht jeder kann so eine Ausbildung machen. Der Hund wird zu Beginn genau überprüft, ob er sich überhaupt eignet mit Menschen zu arbeiten. Da reicht es nicht, dass er nett ist und sich streicheln lässt.

Therapiehunde müssen in ihrer Arbeit oft Dinge tun, die nicht zum normalen Verhalten eines Hundes gehören. Diese Sachen müssen sie vor allem ohne Zwang und ohne Stress bewältigen.

Wenn die lange Ausbildung dann erstmal geschafft ist, geht es noch weiter. Man benötigt sämtliche Dokumente um überhaupt mit dem Hund arbeiten zu dürfen. Dazu gehört u.a. die Paragraph 11-Erlaubnis vom Veterinäramt. Hier müssen sich wieder beide einem Test, sowie einem Gesundheits-und Konzeptcheck stellen. Danach geht es weiter, auf der Suche nach der richtigen Versicherung. Ein Therapiehund Team muss speziell Berufs-sowie Betriebsversichert sein.

Wenn diese ganzen Hürden geschafft sind geht es an die richtige Arbeit, denn wer jetzt noch glaubt wir kommen nur zum streicheln und Leckerchen verteilen, liegt da falsch.

Eine tiergestützte Intervention hat nämlich nicht im geringsten etwas damit zu tun !

Im Vorfeld muss die Therapiehundführerin, bei uns macht das alles Denise, einige Daten zu den Personen mit denen wir arbeiten sammeln. Dazu gehören auch die Diagnosen. Wenn alle Daten vorhanden sind, wird ein speziell auf die Person angepasster, ressourcenorientierter Förderplan entwickelt. Denn wir arbeiten professionell und verfolgen die Ziele welche genau auf den Förderbedarf der Person angepasst sind. Das heißt es gibt keinen 0815-Standard Plan nach dem wir arbeiten, sondern es wird nach den Fähigkeiten und Ressourcen jeder einzelnen Person geschaut. Die Einheiten werden nach Bedarf neu geplant und reflektiert.

In den tiergestützten Interventionen geht es also um mehr als streicheln. Es geht viel mehr um die persönlichen Kompetenzen eines Menschen. Die Kompetenzen können im sozial-emotionalen, kognitiven, sprachlichen, mathematischen oder motorischen Bereich liegen . Auch die Wahrnehmungsförderung ist ein Teil davon.

Das heißt, tiergestützte Interventionen bieten eine professionelle Alternative zu einer nicht-pharmakologischen Therapie.